Füllstandsensor auswählen – worauf kommt es an?

WISSEN

In vielen Branchen sind Füllstandsmessungen ein wesentlicher Bestandteil von Prozessen. Ob in Tanks, Silos oder Maschinen – oft ist es erforderlich, den Füllstand zu überwachen, um Überfüllungen zu vermeiden oder Leckagen frühzeitig zu erkennen. Da eine zuverlässige Beurteilung mit bloßem Auge in der Regel nicht möglich ist, kommen unterschiedliche Messverfahren und Sensorlösungen zum Einsatz.

Füllstandsensoren sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und basieren auf unterschiedlichen Messtechnologien. Die Auswahl des richtigen Sensors ist daher entscheidend für eine zuverlässige und präzise Anwendung.

Füllstandsensoren – Grundlagen und Eigenschaften

Angesichts der Vielzahl verfügbarer Geräte ist es sinnvoll, zunächst die grundlegenden Eigenschaften eines Füllstandsensors zu betrachten. Ein Füllstandsensor ist ein Messgerät, das den Füllstand eines Mediums in einem Behälter kontinuierlich erfasst und als Messwert ausgibt.

Davon zu unterscheiden ist der Füllstandsschalter, der lediglich definierte Grenzwerte überwacht – beispielsweise „Tank leer“ oder „Tank voll“. Ein Füllstandsensor kann in vielen Anwendungen zusätzlich zur kontinuierlichen Messung auch Grenzwerte bereitstellen und damit Funktionen eines Füllstandsschalters übernehmen.

Arten von Füllstandsensoren

Es gibt eine Vielzahl von Füllstandsensoren, deren Auswahl von verschiedenen Faktoren abhängt – etwa von der Art des Mediums, den Prozessbedingungen sowie den spezifischen Anforderungen der Anwendung.

Zu den häufig verwendeten Sensortypen gehören:

  • hydrostatische Pegelsonden
  • Schwimmerschalter
  • kapazitive Grenzstandmelder

Hydrostatische Pegelsonden

Hydrostatische Pegelsonden sind eine häufig eingesetzte Lösung zur Füllstandsmessung in Flüssigkeiten. Sie werden in Tanks, Brunnen oder Schächten eingesetzt, um den Füllstand zuverlässig zu erfassen.

Bei der Messung wird die Sonde direkt in das Medium eingetaucht und möglichst nah am Boden des Behälters positioniert. Auf Basis des hydrostatischen Drucks wird der Füllstand kontinuierlich bestimmt.

Hydrostatische Pegelsonden der Serie JUMO MAERA

Die Füllstandssonden der Serie JUMO MAERA arbeiten nach dem hydrostatischen Messprinzip und eignen sich für vielfältige Anwendungen.

Vorteile der JUMO MAERA-Pegelsonden:

  • zuverlässige Messung bei geringem Wartungsaufwand
  • unempfindlich gegenüber Schaum, Dampf oder Leitfähigkeit des Mediums
  • unabhängig von Tankform und Einbausituation
  • einfache Installation von oben
  • hohe chemische Beständigkeit durch verschiedene Materialausführungen
  • flexibel einsetzbar in Behältern, Tanks, Becken und Brunnen
  • Messbereiche bis zu 300 m
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Pegelsonden JUMO MAERA
Hydrostatische Pegelsonden der Serie JUMO MAERA
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Schwimmerschalter

Schwimmerschalter stellen eine einfache Lösung zur Füllstandüberwachung dar, insbesondere für Anwendungen, bei denen das Befüllen oder Entleeren eines Tanks gesteuert werden soll. Die Funktionsweise basiert auf einem Schwimmer mit geringer Dichte, der sich mit dem Flüssigkeitsstand hebt oder senkt. Abhängig von seiner Position wird ein Schaltvorgang ausgelöst, der beispielsweise das Befüllen oder Entleeren eines Tanks steuern kann.

Schwimmerschalter der Serie JUMO NESOS

JUMO bietet mit der Serie JUMO NESOS eine breite Auswahl an Schwimmerschaltern für unterschiedliche Anwendungen.

Vorteile von JUMO NESOS‑Schwimmerschalter:

JUMO bietet die Schwimmerschalter und Füllstandsmessgeräte der Serie JUMO NESOS an. Ihre Vorteile sind:

  • individuelle Anpassung durch verschiedene Schwimmermaterialien und -formen
  • zuverlässige Punktmessung unabhängig von der Behältergeometrie
  • unempfindlich gegenüber Einflüssen wie Schaum, Druck, Vakuum oder Kondensation
  • geeignet für industrielle und prozesstechnische Anwendungen
  • einfache Wartung durch schnelle Fehlerprüfung
  • hohe chemische Beständigkeit
  • direkte Ansteuerung von SPS‑Eingängen, Ventilen, Motoren oder Pumpen möglich
  • geeignet für Füllstände von ca. 0,1 m bis 4 m
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Füllstandsmessumformer und Schwimmer der JUMO NESOS-Serie
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Kapazitiver Grenzstandmelder

Kapazitive Grenzstandmelder sind eine weitere verbreitete Lösung zur Füllstandüberwachung. Sie eignen sich sowohl für Flüssigkeiten als auch für Schüttgüter und werden insbesondere zur Erfassung von Grenzständen eingesetzt.

Das Messprinzip basiert auf der Änderung der elektrischen Kapazität, die durch das Vorhandensein eines Mediums beeinflusst wird. Je nach Ausführung kann der Sensor dabei direkt in das Medium eintauchen oder von außen messen. Auch der Einsatz in Druckbehältern ist möglich.

Kapazitiver Grenzstandmelder JUMO ZELOS

Neu im JUMO‑Portfolio ist der kapazitive Grenzstandmelder JUMO ZELOS. Er eignet sich besonders für industrielle Anwendungen, bei denen Grenzstände zuverlässig überwacht werden müssen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Überfüll- und Trockenlaufschutz
  • Medienerkennung (z. B. Schlamm bei Separationsvorgängen)
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JUMO ZELOS kapazitiver Grenzstandmelder
JUMO ZELOS kapazitiver Grenzstandmelder
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Auswahlkriterien für Füllstandsensoren

Bei der Auswahl eines Füllstandsensors sollten die Einsatzbedingungen und die Anforderungen der Anwendung genau berücksichtigt werden. Wichtige Kriterien sind:

Eigenschaften des Messmediums und der Anwendung

Das zu messende Medium spielt eine zentrale Rolle. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Sensoren zum Einsatz – beispielsweise für Flüssigkeiten oder Feststoffe.

Temperatur des Mediums

Auch die Temperatur des Mediums ist entscheidend. Der Sensor muss im vorgesehenen Temperaturbereich arbeiten, in dem eine zuverlässige Messung gewährleistet ist.

Messbereich

Der benötigte Messbereich bestimmt, in welchem Bereich der Sensor den Füllstand erfassen kann. Bei hydrostatischen Sonden entspricht dieser dem zu erwartenden Flüssigkeitsdruck.

Sensortyp und Installation

Die Wahl des Sensortyps hängt von der Anwendung und den Einbaubedingungen ab. Dabei muss berücksichtigt werden, wie und wo der Sensor installiert wird.

Länge der Sonde

Bei großen Tanks oder tiefen Behältern ist die passende Sondenlänge entscheidend für eine zuverlässige Messung.

Material des Sensors

Das Sensormaterial muss an das Medium angepasst sein. Besonders bei aggressiven oder korrosiven Stoffen sowie in explosionsgefährdeten Bereichen ist die richtige Materialwahl entscheidend.

Wie lang ist die Lebensdauer eines Füllstandsensors?

Die Lebensdauer eines Füllstandsensors wird von mehreren Faktoren beeinflusst und kann je nach Anwendung stark variieren. Zu den wichtigsten Einflussgrößen zählen:

Sensortyp

Unterschiedliche Sensortechnologien – etwa Ultraschall‑, Radar‑, kapazitive oder hydrostatische Sensoren – weisen unterschiedliche Eigenschaften und Lebensdauern auf.

Umgebungsbedingungen

Einflüsse wie Temperatur, Druck, chemische Belastung, Korrosion oder mechanische Beanspruchung (z. B. Vibrationen) wirken sich direkt auf die Lebensdauer aus.

Material und Konstruktion

Sensoren aus hochwertigen Materialien wie Edelstahl oder speziellen Kunststoffen sind in der Regel widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen.

Messintensität

Eine häufige Nutzung kann zu einem erhöhten Verschleiß führen und die Lebensdauer verkürzen.

Wartung und Betrieb

Regelmäßige Wartung sowie die Einhaltung der Herstellerempfehlungen tragen wesentlich zu einer längeren Lebensdauer bei.

Fazit

Die Lebensdauer eines Füllstandsensors kann je nach Einsatzbedingungen von wenigen Jahren bis zu etwa 20 Jahren reichen. Für eine genaue Einschätzung sollten stets die technischen Spezifikationen und Herstellerangaben des jeweiligen Sensors berücksichtigt werden.

Wie häufig werden Pegelsonden ausgetauscht?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort – die Häufigkeit des Austauschs von Pegelsonden hängt von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere vom Sondentyp und den Betriebsbedingungen. Einige allgemeine Richtlinien sind:

  • Betriebsbedingungen: Pegelsonden, die unter anspruchsvollen Bedingungen wie hohem Druck, extremen Temperaturen, aggressiven Medien oder starken Vibrationen eingesetzt werden, müssen unter Umständen häufiger ausgetauscht werden.
  • Ausfallverhalten: Treten wiederholt Störungen auf oder sind häufige Reparaturen erforderlich, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass ein Austausch der Sonde notwendig wird.
  • Inspektion und Testergebnisse: Regelmäßige Inspektionen und Funktionstests helfen, den Zustand der Pegelsonde zu beurteilen.
    Eine nachlassende Messgenauigkeit oder Zuverlässigkeit kann auf einen bevorstehenden Austausch hinweisen.
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Kapazitiver Grenzstandmelder JUMO ZELOS C01 LS
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