Umkehrosmose in der Industrie: Messsensoren und Automatisierungslösungen

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Die Umkehrosmose hat sich als effiziente und umweltfreundliche Methode der Wasseraufbereitung in vielen Branchen etabliert. Doch wie lässt sich dieses Verfahren gezielt optimieren und zuverlässig überwachen?

In diesem Artikel erzählen wir über die Funktionsweise der Umkehrosmose, die Eigenschaften des aufbereiteten Wassers sowie geeignete Messsensoren und Automatisierungslösungen für industrielle Anwendungen.

Wie funktioniert die Umkehrosmose in der Wasseraufbereitung?

Die Umkehrosmose (RO) ist ein Verfahren zur Wasseraufbereitung, bei dem gelöste Stoffe aus dem Wasser entfernt werden. Dabei wird das Wasser unter hohem Druck durch eine semipermeable Membran gepresst. Diese Membran wirkt wie ein Filter und lässt nur bestimmte Ionen und Moleküle durch.

Diese Membran besitzt mikroskopisch kleine Poren, die nur Wassermoleküle passieren lassen. Verunreinigungen wie Salze, organische Stoffe, Mikroorganismen und andere gelöste Bestandteile werden hingegen zurückgehalten.

Das Ergebnis ist hochreines Wasser, das in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt wird und im weiteren Verlauf dieses Artikels näher betrachtet wird.

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Eine Umkehrosmose-Einheit
Bei der Osmose fließt Wasser durch eine semipermeable Membran. Dabei werden gelöste Stoffe an der Membran zurückgehalten.
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Eigenschaften von durch Umkehrosmose erzeugtem Wasser

Die Eigenschaften von durch Umkehrosmose erzeugtem hochreinem Wasser werden durch verschiedene Normen und Richtlinien definiert, darunter ASTM, Europäisches Arzneibuch (Pharmacopoea Europaea), USP, DIN und ISO. Diese Standards sind international anerkannt und werden in vielen industriellen Anwendungen zur Bewertung der Wasserqualität herangezogen.

Eine der wichtigsten Eigenschaften von Umkehrosmosewasser ist seine geringe elektrische Leitfähigkeit. Durch den Umkehrosmoseprozess werden die meisten gelösten Mineralien entfernt, die als Hauptträger für elektrische Leitfähigkeit im Wasser wirken. Dadurch sinkt die Leitfähigkeit deutlich.

Während gereinigtes Wasser typischerweise eine Leitfähigkeit im Bereich von wenigen Mikrosiemens pro Zentimeter (µS/cm) aufweist, liegt diese bei unbehandeltem Wasser – abhängig vom Gehalt an gelösten Mineralien – oft bei mehreren hundert bis tausend µS/cm.

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Vergleich der Wasser-Leitfähigkeitsbereichen
Im Vergleich zu unbehandeltem Wasser weist gereinigtes Wasser eine deutlich geringere elektrische Leitfähigkeit auf.
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Reinstwasser – Anwendung in der Industrie

Durch Umkehrosmose gewonnenes Wasser wird in zahlreichen Industriezweigen eingesetzt, in denen Wasser mit hoher Reinheit und definierter Qualität erforderlich ist.

  • Lebensmittel- und Getränkeindustrie: RO‑Wasser wird als Rohstoff und Prozesswasser verwendet, z. B. bei der Herstellung von Getränken wie Bier, Wein und Erfrischungsgetränken.
  • Chemische Industrie: In chemischen Prozessen dient RO‑Wasser unter anderem als Lösungsmittel oder Kühlmedium, etwa bei der Herstellung von Düngemitteln, Farbstoffen und Lacken.
  • Pharmazeutische Industrie: In der pharmazeutischen Produktion wird es zur Herstellung von Arzneimitteln sowie als Bestandteil in verschiedenen Prozessschritten eingesetzt.
  • Kosmetikindustrie: RO‑Wasser wird als Inhaltsstoff in Kosmetikprodukten wie Cremes, Shampoos und Reinigungsprodukten verwendet.
  • Elektronikindustrie: In der Elektronikfertigung kommt hochreines Wasser bei der Herstellung und Reinigung von Bauteilen, z. B. bei Mikroprozessoren, zum Einsatz.

Umkehrosmoseanlagen – Messsensoren und Automatisierungslösungen

Um die Qualität des durch Umkehrosmose erzeugten Wassers sicherzustellen, ist die kontinuierliche Überwachung relevanter Parameter wie Leitfähigkeit und Temperatur erforderlich.

Ein typisches Messsystem für hochreines Wasser umfasst:

  • Messumformer und Regler für hochreines Wasser, z. B. JUMO AQUIS 500 CR
  • Leitfähigkeitssensoren für hochreines Wasser mit präzise bestimmter Zellkonstante

Die Leitfähigkeit ist ein zentraler Parameter zur schnellen und zuverlässigen Beurteilung der Wasserqualität. Sie bildet die Summe aller im Wasser gelösten ionischen Bestandteile ab.

Für diese Anwendung eignen sich insbesondere konduktive Zwei-Elektroden-Leitfähigkeitssensoren, wie beispielsweise der JUMO tecLine CR.

  • Temperatursensor (in der Regel in die Leitfähigkeitszelle integriert)

Da die elektrische Leitfähigkeit temperaturabhängig ist, werden Messwerte üblicherweise auf eine Referenztemperatur von 25 °C bezogen (Temperaturkompensation). Die Temperatur kann entweder mit einem separaten Temperatursensor oder über einen in die Leitfähigkeitszelle integrierten Sensor erfasst werden.

  • Anschlusskabel

Optional:

  • Drucksensor: Drucksensoren werden unter anderem in der Vorfiltration eingesetzt, beispielsweise in der Pharmazie oder bei der Meerwasseraufbereitung. Sie unterstützen die Überwachung von Druckverhältnissen und tragen zur sicheren und effizienten Prozessführung bei.
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Leitfähigkeitssensoren
JUMO tecLine CR Zwei-Elektroden-Leitfähigkeitssensor
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Leitfähigkeitssensor
Leitfähigkeitssensor für die Prozesstechnik JUMO tecLine Ci-S mit integriertem Temperaturfühler
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Welche Maßnahmen gewährleisten eine optimale Leistung der Umkehrosmose?

Um eine zuverlässige und effiziente Leistung von Umkehrosmoseanlagen (RO) sicherzustellen, sind mehrere Maßnahmen erforderlich:

  • Analyse und Aufbereitung des Rohwassers: Zu Beginn sollte die Qualität des eingesetzten Rohwassers analysiert werden. Eine geeignete Vorbehandlung ist notwendig, um Verunreinigungen zu reduzieren und die Membranen vor Schäden oder vorzeitiger Verschmutzung zu schützen.
  • Auslegung und Auswahl der Systemkomponenten: Die richtige Dimensionierung und Auswahl der Komponenten ist entscheidend für den Anlagenbetrieb. Dazu zählen unter anderem Pumpen, Filter, RO‑Membranen sowie Mess- und Regeltechnik wie Leitfähigkeitssensoren, pH‑Sensoren, Temperatursensoren und Drucksensoren.
  • Regelmäßige Reinigung und Wartung: Ablagerungen auf den Membranen können die Effizienz des Prozesses beeinträchtigen und die Lebensdauer verkürzen. Daher sind regelmäßige Reinigungs- und Wartungsmaßnahmen erforderlich, um eine gleichbleibend hohe Leistung zu gewährleisten.
  • Kontinuierliche Überwachung des Anlagenbetriebs: Die Überwachung von Prozessparametern ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Abweichungen und Störungen. So können gezielte Maßnahmen ergriffen werden, um den Betrieb stabil zu halten und die Anlagenleistung zu optimieren.
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Reale Elektroden in einer Messlösung
Reale Elektroden in einer Messlösung
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Vorteile und Herausforderungen der Umkehrosmose-Wasseraufbereitung

Vorteile:

  • Hohe Wasserqualität: Entfernung von Verunreinigungen, Salzen und Mikroorganismen
  • Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: geeignet für Branchen wie Pharma, Lebensmittel, Kosmetik und Elektronik
  • Reduzierter Chemikalieneinsatz im Vergleich zu vielen konventionellen Verfahren
  • Effiziente Aufbereitung: gleichbleibend hohe Wasserqualität bei geeigneter Anlagenauslegung
  • Ressourcenschonender Betrieb: geringerer Einsatz von Chemikalien und gezielte Nutzung von Wasserressourcen

Herausforderungen:

  • Wartungsaufwand: regelmäßiger Austausch und Reinigung von Membranen erforderlich
  • Laufende Betriebskosten: für Energie, Wartung und den Komponentenaustausch fallen Kosten an
  • Membranverschmutzung: Ablagerungen können die Anlagenleistung beeinträchtigen
  • Prozessüberwachung notwendig: kontinuierliche Kontrolle von Parametern für einen stabilen Betrieb erforderlich

Zusammenfassung

Die Umkehrosmose bietet eine effektive Möglichkeit zur Gewinnung von hochreinem Wasser, erfordert jedoch eine sorgfältige Auslegung, Überwachung und Wartung. Der gezielte Einsatz von Messsensoren unterstützt dabei, Prozesse effizient zu steuern und die Anlagenleistung langfristig zu sichern.

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