LEITFADEN
RoHS‑Richtlinie – was ist das?
Der Einsatz gefährlicher Stoffe in Elektro‑ und Elektronikgeräten stellte ein so ernstes Umwelt‑ und Gesundheitsrisiko dar, dass die Europäische Union eingreifen musste. Aus diesem Grund wurde die RoHS‑Richtlinie (2011/65/EU) eingeführt. Doch welche Vorschriften bringt sie mit sich? Welche Auswirkungen hat sie auf Hersteller? Und worauf sollten verantwortungsbewusste Verbraucher achten?

RoHS – was ist das?

Die RoHS‑Richtlinie (ursprünglich Richtlinie 2002/95/EG, heute durch Richtlinie 2011/65/EU ersetzt) ist eine Vorgabe der Europäischen Union, die die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro‑ und Elektronikgeräten einschränkt. Ziel dieser Regelung ist es, zu verhindern, dass Schadstoffe aus Elektroschrott in die Umwelt gelangen und Mensch sowie Natur belasten.

Wann wurde die RoHS-Richtlinie eingeführt?

Alle Elektro‑ und Elektronikgeräte, die seit dem 1. Juli 2006 auf den EU‑Markt gelangen, müssen den Anforderungen der RoHS‑Richtlinie entsprechen. Die aktuelle Fassung (Richtlinie 2011/65/EU) wurde am 1. Juli 2011 im EU‑Amtsblatt veröffentlicht und in Österreich durch eine Novelle der Elektroaltgeräteverordnung (EAG‑VO) rechtlich verbindlich umgesetzt.

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Hand hält eine grüne, pflanzenartige Glühbirne als Symbol für nachhaltige Energie und Umweltschutz
Die RoHS-Richtlinie zielt darauf ab, das Eindringen gefährlicher Stoffe in die Umwelt zu verhindern.
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Welche gefährlichen Stoffe sind gemäß der RoHS‑Richtlinie beschränkt?

Die RoHS‑Richtlinie beschränkt die Verwendung der folgenden gefährlichen Stoffe in Elektro‑ und Elektronikgeräten:

  • Blei (Pb)
  • Quecksilber (Hg)
  • Cadmium (Cd)
  • Sechswertiges Chrom (CrVI)
  • Polybromierte Biphenyle (PBB)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE)
  • Phthalate (DEHP, BBP, DBP, DIBP)

Die vier Phthalate wurden 2019 im Rahmen der sogenannten RoHS‑3‑Erweiterung in den Stoffkatalog aufgenommen.

Diese Stoffe kommen in vielen elektronischen Komponenten vor – beispielsweise werden PBB und PBDE häufig in Kunststoffen als Flammschutzmittel eingesetzt.

RoHS‑Zertifizierung

Um eine RoHS‑Zertifizierung zu erhalten, müssen Unternehmen in der Regel folgende Schritte durchlaufen:

  1. Ein internes Konformitätsdokument ausstellen, das bestätigt, dass die hergestellten Geräte die Anforderungen der RoHS‑Richtlinie erfüllen.
  2. Produktproben entnehmen und
  3. diese an ein unabhängiges Labor senden, das die erforderlichen Material- und Schadstofftests durchführt.

Wenn die Proben positiv bewertet werden:

  • Der Hersteller bzw. Unterlieferant kann eine RoHS‑Zertifizierung beantragen.
  • Das RoHS‑Zertifikat wird anschließend von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ausgestellt.
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RoHS‑konform Logo mit Hinweis auf Richtlinie 2011/65/EU
Kennzeichnung RoHS‑konformer Elektro‑ und Elektronikgeräte
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CE und RoHS – Ist die CE-Kennzeichnung mit der RoHS-Richtlinie verbunden?

Ja. Die RoHS‑Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe ist eine sogenannte New‑Approach‑Richtlinie. Geräte, die in ihren Anwendungsbereich fallen, müssen deshalb zwingend die CE‑Kennzeichnung tragen. Die Verantwortung für das Anbringen der CE‑Kennzeichnung und die Ausstellung der EU‑Konformitätserklärung liegt immer beim Hersteller.

Lieferungen nach China und die RoHS-Richtlinie

Für den Export von Elektro‑ und Elektronikgeräten nach China gelten ähnlich strenge Vorschriften wie in der EU. Die detaillierten Anforderungen sind in der sogenannten „Chinesischen RoHS“ festgelegt, insbesondere in der Norm GB/T 26572‑2011, die Grenzwerte für bestimmte eingeschränkte Stoffe in Elektro- und Elektronikprodukten definiert.

Darüber hinaus schreibt die Verordnung SJ/T 11364‑2014 („Kennzeichnung der Beschränkung gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikprodukten“) eine verpflichtende Produktkennzeichnung für nach China importierte Geräte vor.

RoHS-Richtlinie bei JUMO

Für umweltbewusste Kunden ist JUMO eine verlässliche Wahl. Wir engagieren uns seit Jahren für Nachhaltigkeit – und das spiegelt sich auch in den entsprechenden Zertifizierungen wider.

Umweltschutz bei JUMO – DIN ISO 14001

Bereits seit 1999 ist JUMO nach DIN ISO 14001 zertifiziert und damit offiziell dem aktiven Umweltschutz verpflichtet. Über die gesetzlichen Anforderungen hinaus setzen wir zahlreiche Maßnahmen um – insbesondere in der Entwicklung und Produktion –, um gefährliche Stoffe in unseren Produkten zu vermeiden und natürliche Ressourcen zu schonen.

RoHS-Konformität

Seit 2017 erfüllen alle JUMO‑Produkte, einschließlich der Temperatursensoren, vollständig die aktuellen Anforderungen der RoHS‑Richtlinie (2011/65/EU) und gelten als RoHS‑konform. Zudem ist ein großer Teil des Produktportfolios CE‑gekennzeichnet. Auf Anfrage stellt JUMO gerne eine Bestätigung der RoHS‑Konformität sowie gegebenenfalls eine EU‑Konformitätserklärung für die jeweiligen Geräte zur Verfügung.

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Fertigungslinie mit mehreren JUMO‑Temperatursensoren, produziert nach RoHS‑konformen Industriestandards
JUMO-Temperatursensoren erfüllen die Anforderungen der RoHS-Richtlinie
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Widerstandstemperatursensoren
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