Thermoelement Typ K – Eigenschaften, Funktionsweise und Temperaturbereich

WISSEN

Thermoelemente vom Typ K werden aufgrund ihrer Vielseitigkeit in einer Vielzahl industrieller Anwendungen eingesetzt. Wie funktionieren sie? Woraus bestehen sie? Welche Eigenschaften zeichnen sie aus? Diese und weitere Fragen werden im folgenden Beitrag erläutert.

Was ist ein Thermoelement?

Ein Thermoelement ist ein thermoelektrischer Sensor zur Temperaturmessung. Es besteht aus zwei miteinander verschweißten Metallleitern. Abhängig von den verwendeten Werkstoffen entstehen unterschiedliche thermoelektrische Spannungen, wodurch sich Thermoelemente für den Einsatz in verschiedenen Temperaturbereichen eignen.

Die am häufigsten verwendeten Thermoelementtypen sind Typ K und Typ J.

Wie funktioniert ein Thermoelement-Sensor?

Thermoelement Typ K – Funktionsprinzip

Die Funktionsweise eines Thermoelements basiert auf dem Seebeck‑Effekt. Dieser beschreibt das physikalische Phänomen, dass beim Verbinden zweier unterschiedlicher Metalle ein geschlossener Stromkreis entsteht, in dem bei unterschiedlichen Temperaturen der Verbindungsstellen eine elektromotorische Kraft erzeugt wird.

Eine der Verbindungsstellen befindet sich an der Messstelle, die andere an einer Referenzstelle mit bekannter Temperatur.

Die Höhe der erzeugten elektromotorischen Kraft hängt von der verwendeten Metallkombination ab und ist proportional zur Temperaturdifferenz zwischen den beiden Verbindungsstellen.

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Thermoelektrischer Effekt grafisch dargestellt
Thermoelektrischer Effekt
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Was ist ein Thermoelement vom Typ K?

K-Typ-Thermoelemente bestehen aus den Werkstoffen Chromel und Alumel und zählen zu den am häufigsten eingesetzten Thermoelementen. Aufgrund ihres breiten Temperaturmessbereichs eignen sie sich für eine Vielzahl industrieller Anwendungen.

Allerdings sind Thermoelemente vom Typ K nicht universell einsetzbar. In Umgebungen mit hohem Schwefelgehalt in der Luft kann es zu Beeinträchtigungen der Sensorelektroden kommen, was die Messgenauigkeit und Lebensdauer negativ beeinflusst.

Thermoelement Typ K – Temperaturbereich und Eigenschaften

Thermoelemente vom Typ K basieren auf einer Chrom-Aluminium-Legierung. Sie zählen zu den am häufigsten eingesetzten Temperatursensoren in einer Vielzahl industrieller Anwendungen.

Ihr Temperaturmessbereich reicht von −200 °C bis +1350 °C. In oxidierenden oder inerten Atmosphären werden Thermoelemente vom Typ K typischerweise bis zu 1260 °C eingesetzt.

Thermoelement Typ K – Genauigkeit

Die thermoelektrische Empfindlichkeit von Thermoelementen vom Typ K beträgt etwa 41 µV/K.

Vor- und Nachteile von Thermoelement-Sensoren vom Typ K

Thermoelement Typ K – Vorteile

  • Einsatz in rauen Umgebungen und unterschiedlichen Atmosphären möglich
  • breiter Betriebstemperaturbereich, dadurch für eine Vielzahl von Anwendungen geeignet
  • NiCr‑Ni‑Thermoelemente weisen eine höhere Oxidationsbeständigkeit auf als Thermoelemente vom Typ E und Typ J und eignen sich daher besonders für Anwendungen bei Temperaturen über 500 °C
  • vergleichsweise kostengünstig
  • schnelle Ansprechzeit
  • kompakte Bauform
  • hohe Zuverlässigkeit
  • ausreichende Messgenauigkeit für viele industrielle Anwendungen

Thermoelement Typ K – Nachteile

  • nicht geeignet für reduzierende Atmosphären oder schwefelhaltige Umgebungen; jedoch beständig gegenüber vielen metallischen Dämpfen
  • schnellere Alterung der thermoelektrischen Eigenschaften im Vergleich zu Edelmetall‑Thermoelementen der Typen B, R und S

Thermoelemente vom Typ K – Aufbau

Der Thermoelement‑Sensor vom Typ K besteht, wie jedes Thermoelement, aus zwei Drähten aus unterschiedlichen Werkstoffen.

Beim Typ K besteht ein Draht aus einer Nickel‑Chrom‑Legierung (ca. 90 % Nickel, 10 % Chrom), während der zweite Draht aus einer Nickel‑Aluminium‑Legierung (ca. 95 % Nickel, 2 % Aluminium, 2 % Mangan und 1 % Silizium) gefertigt ist.

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Thermoelektrischer Sensor vom Typ K mit Bajonett-Prozessanschluss
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Thermoelement Typ J vs. Typ K – Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Thermoelemente vom Typ J (Fe‑CuNi) weisen im Vergleich zu Thermoelementen vom Typ K bei höheren Temperaturen eine geringere Lebensdauer sowie einen kleineren Temperaturmessbereich auf.

Thermoelemente vom Typ K sind in der Regel langlebiger als solche vom Typ J, da der Eisendraht von Thermoelementen des Typs J insbesondere bei höheren Temperaturen zur Oxidation neigt.

Daher eignen sich thermoelektrische Sensoren vom Typ J vor allem für Anwendungen im niedrigeren Temperaturbereich zwischen 0 °C und 600 °C. Hinsichtlich Kosten, Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit sind Thermoelemente vom Typ J und Typ K in vielen Anwendungen vergleichbar.

Anwendungen

Aufgrund ihrer Eigenschaften können diese Temperatursensoren zur Temperaturüberwachung in einer Vielzahl von Umgebungen eingesetzt werden, beispielsweise in Wasser, milden chemischen Lösungen, Gasen oder trockenen Bereichen.

Sie werden besonders häufig in Anwendungen bei Temperaturen über 550 °C betrieben – bis zum maximal zulässigen Einsatztemperaturbereich des Thermoelements. Thermoelemente vom Typ K werden aufgrund ihrer vergleichsweise hohen Strahlungsbeständigkeit zudem in kerntechnischen Anwendungen eingesetzt.

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Häufig gestellte Fragen zu Thermoelementen
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