Hydrostatische Füllstandsmessung einer Flüssigkeit in einem Tank
Was ist ein hydrostatischer Füllstandssensor?
Ein hydrostatischer Füllstandsmessumformer ist ein tauchfähiger Drucksensor, der zur Überwachung von Flüssigkeitsständen eingesetzt wird. Er misst den hydrostatischen Druck, der durch die Höhe der Flüssigkeitssäule entsteht.
Der Druck wird auf Höhe der untergetauchten Membran der Sonde gemessen und mit dem atmosphärischen Druck in Beziehung gesetzt, der über ein Kapillarrohr gemessen wird. Diese Methode ist aufgrund ihrer Einfachheit und hohen Zuverlässigkeit sehr beliebt. Hydrostatische Füllstandssensoren kompensieren in der Regel automatisch die Änderungen des atmosphärischen Drucks, sodass der gemessene Druck nur den Druck der Flüssigkeit aufgrund ihres spezifischen Gewichts und der vertikalen Entfernung zur Oberfläche widerspiegelt.
Hydrostatische Füllstandsmessung – Anwendung
Diese Messmethode wird in vielen Branchen eingesetzt – unter anderem in der Lebensmittelindustrie, der Wasser‑ und Abwasserwirtschaft sowie in Kläranlagen und Pumpstationen. Je nach Anwendung bietet JUMO folgende Arten von Pegelsonden an:
- Pegelsonde JUMO MAERA F27 für Wasser- und Abwasserwirtschaft, Galvanikbäder oder Behälter mit aggressiven Medien.
- Pegelsonde JUMO MAERA S25 mit4-20-mA-Signal für Standard‑Füllstandsanwendungen in Wasser‑ und Prozessbehältern.
- Pegelsonde JUMO MAERA S28 für den Einsatz in der Wasserwirtschaft, Brunnen- oder Oberflächenwasser.
Wie funktioniert die hydrostatische Füllstandsmessung?
Bei der hydrostatischen Füllstandsmessung wird eintauchfähiger Drucksensor auf eine bestimmte Tiefe – den Nullpunkt – abgesenkt oder fest installiert.
Der Sensor misst den Druck auf Höhe seiner Membran. Aufgrund des hydrostatischen Paradoxons erfasst er nicht das gesamte Volumen des Behälters, sondern ausschließlich den Druck der direkt darüber liegenden Flüssigkeitssäule. Ist das spezifische Gewicht (Dichte) der Flüssigkeit bekannt, lässt sich aus dem gemessenen Druck der Abstand zwischen Messpunkt und Flüssigkeitsoberfläche berechnen – und damit der Füllstand.
Was sind die Vorteile einer hydrostatischen Füllstandsmessung?
- Hohe Zuverlässigkeit
- Hohe Genauigkeit der Füllstandsüberwachung
- Direkter Kontakt mit dem Medium
- Unempfindlich gegenüber Störungen wie Verunreinigungen, Schaum oder Behältergeometrie – ideal für schäumende Medien und kritische Behälterinstallationen
Wie wähle ich den richtigen Druck-Füllstandssensor aus?
Für offene Behälter wie Entlüftungsbehälter, Brunnen oder natürliche bzw. künstliche Wasserreservoirs eignen sich tauchfähige Pegelsonden am besten. Für geschlossene Behälter verwendet man idealerweise tauchfähige Drucksensoren mit bündiger Membran oder von außen montierbare Messumformer.
Nachdem diese Grundentscheidung getroffen wurde, sollten folgende Merkmale berücksichtigt werden:
- Druckanschluss (gilt nur für seitlich montierte Standard‑Messumformer). Er muss zur Gewindebohrung des Tanks passen.
- Messbereich muss dem tatsächlichen Füllstand der Anwendung entsprechen. Bei freistehenden Tanks ergibt sich der Füllstand aus der Behälterhöhe. Bei unterirdischen Tanks bestimmt die gewünschte Eintauchtiefe der Sonde den nötigen Messbereich.
Wichtig: Eine Wassersäule von 10 m entspricht etwa 1.000 mbar (1 bar) bzw. 14,5 psi.
- Genauigkeit: Standardgenauigkeit < 0,5 % → Messfehler max. ca. 5 mm pro Meter Füllstand. Höchste Genauigkeit < 0,1 % → Messfehler max. ca. 1 mm pro Meter Füllstand.
- Elektrischer Anschluss: Bei Standardsensoren: Steckverbinder (z. B. M12 oder DIN A) oder Kabelausgang. Bei Tauchsonden: nur Kabelanschluss verfügbar. Das Kabel muss lang genug sein – sowohl zur Steuerungseinheit als auch für die erforderliche Eintauchtiefe.
- Werkstoff: Standard: Edelstahl, wie beim JUMO MAERA S28. Für aggressive oder anspruchsvolle Medien: Titan‑Sonden, wie die hydrostatische Sonde JUMO MAERA S29.
- Zusatzfunktionen, z. B. Ex-Zonen-Zulassung, wie bei dem Drucksensor JUMO dTRANS p33.